Seit November arbeitet Sophie nun für mich und ich könnte mir keine bessere Unterstützung wünschen. Mit einer seiner besten Freunde zusammenzuarbeiten ist vielleicht nicht immer leicht, aber was sehr schönes. Ich war immer schon ein großer Fan ihrer Texte und wenn ich ehrlich bin, haben sie mir schon in so einigen Lebenslagen geholfen. Sie findet einfach viel zu oft die richtigen Worte und ich erkenne mich in vielen ihrer Texte wieder. Deshalb wird es Zeit ihr ein bisschen Platz auf meiner kleinen Spielwiese zu machen, um ihre tollen Worte in die Welt rauszutragen. Vorhang auf für Sophie‘s Kolumne.

Die ein oder andere Person kennt mich vielleicht aus Ninas Insta Stories, wie ich mich neben ihr den Berg hinaufschleppe und vor lauter Erschöpfung wie ein Hirsch röhre. Genauso will man eigentlich beschrieben werden, oder? Ich schreibe privat ganz gerne Texte, aber hatte mir nie vorgestellt, sie zu veröffentlichen. Das ist jetzt also eine Premiere und ihr bekommt Einblick in die verqueren Gedanken meiner Synapsen.

 

Da ist mir was passiert, das Leben.

Wenn man Erfolgsgeschichten von Leuten hört, dann heißt es meist „Ich hatte einfach Glück“. Und im Gegenzug hört man aber auch immer wieder von Leuten, die es versuchen und versuchen, alles geben, es aber dann doch nicht schaffen. Gerade im Showbiz hört man das eigentlich von fast allen Stars. Sicher ist es harte Arbeit dort zu sein, wo man ist, aber wenn sie beschreiben, wie es dazu gekommen ist, dass gerade SIE für eine Rolle ausgewählt worden sind, oder genau sie ihren Durchbruch hatten, dann wird es meist nur auf einen unglaublichen Zufall zurückgeführt. Also hab ich mir gedacht, das Leben kommt ja ohnehin auf dich zu. Und das tut es tatsächlich.

Viele gute Dinge sind mir passiert, ohne dass ich bewusst dafür etwas getan hätte. Ich habe da nicht auf ein bestimmtes Ziel hingearbeitet, sondern hab einfach mal gemacht, was mir in den Sinn gekommen ist. Als ich dann mit 21 zufällig die Chance hatte in ein Tonstudio zu gehen und ein paar eigene Songs weiter auszuarbeiten und mal einzusingen, dachte ich – wow, das könnte vielleicht der Anfang von etwas sein. Ich habe immer schon gerne gesungen und ich würde auch behaupten, es zu können, aber dieses große Talent, auf das die Welt gewartet hat? Wohl eher nicht. Dafür hat sie vermutlich einen eigenen Klang und einen hohen Wiedererkennungswert.

Dann siehst du aber Tausende von Menschen, meist im Fernsehen, die einfach großartig singen können. Die dann die schwersten Lieder runterschmettern, als wäre es das Einfachste der Welt. Und obwohl sie unglaublich gut singen können, sind sie trotzdem bei einer Castingshow und den Großteil hat man nach einer Staffel spätestens eh schon wieder vergessen. Auch wenn es auf die Bevölkerung gesehen vielleicht nicht viele Leute gibt, die so gut sind, gibt es trotzdem noch viel mehr als der Markt wirklich verträgt. Und es kommt dann gar nicht mehr nur darauf an, dass man die ärgsten Arien trällern kann, sondern auf so viel mehr. Im Fernsehen nennen sie es immer „Gesamtpaket“, weswegen dann lauter Leute, die eigentlich nicht singen können, glauben besonders verrückt sein zu müssen, um aufzufallen. Aber selbst die hat man nach einer Weile wieder vergessen. Es gibt sicher auch einige Leute, die von der Musik leben können, ohne dass jeder ihren Namen kennt – und das ist doch genauso schön. Und für manche Leute kommt der große Durchbruch auch dann, wenn sie schon gar nicht mehr damit gerechnet haben. Man muss sich nur Christoph Waltz anschauen – ich weiß natürlich nicht, ob er nicht doch damit gerechnet hat – aber er war schon so lange (erfolgreicher) Schauspieler im deutschsprachigen Raum. Und dann im Alter von 53 kommt Quentin Tarantino und ZACK, Weltkarriere. Jetzt ist er natürlich ein Nationalheld und wird groß gefeiert, wie eh immer.

Also – da war ich 21 , stehe im Tonstudio und denke mir „vielleicht ist das genau die Geschichte, die ich später erzählen werde.“ Ja, ein bisschen Größenwahnsinn darf schon auch sein, aber im Endeffekt war es eher Ehrfurcht und der Wille, jetzt ja nichts falsch zu machen. Also hab ich versucht cool zu bleiben und das Ganze nicht so ernst zu nehmen. Blöderweise wurde aus meiner Coolness eher Faulheit und fehlender Elan. Ich wollte einfach nicht zu viel erwarten und dann enttäuscht sein. Deshalb habe ich es auch bis auf ein paar wenigen Leuten, niemanden erzählt. Bis heute. Es wäre mir peinlich gewesen, wenn alle erfahren hätten, dass ich womöglich noch versage.

Wie ihr euch denken könnt, nachdem ich jetzt kein großer Star geworden bin oder ein eigenes Lied rausgebracht habe, wurde daraus nichts. Nun ja, ich habe in dem Moment einfach nicht den nötigen Schmackes gehabt. Das ist auch okay, ich glaube ohnehin nicht, dass es was geworden wäre. Aber wenn ich jetzt 8 Jahre später darauf zurückblicke, finde ich es schön, die Erfahrung gemacht zu haben. Und ich habe auch gelernt, dass die wenigsten Dinge im Leben „einfach so passieren.“
Natürlich muss man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, mit den richtigen Menschen sprechen, das Richtige sagen – aber auch Leistung bringen. Also ist es nicht verkehrt, sich etwas zu erarbeiten. Für den großen Durchbruch braucht man dann halt eben das gewisse Quäntchen Glück. Aber zu glauben, das Leben würde dir schon alles zu deinen Füßen herantragen, was du möchtest, ist ein Irrglaube. Vielleicht schwemmt es dir ab und an ein paar Gelegenheiten heran, aber du bist die Person, die diese dann beim Schopf packen muss. Und von nix kommt nun mal auch nix.

Also mache ich die Dinge jetzt einfach. Wenn ich für einen bestimmten Job gewisse Fähigkeiten brauche, dann eigne ich sie mir an. Wenn ich gerne auf Urlaub fahren will, dann plane und spare ich. Wenn ich gerne besser Gitarre spielen möchte, dann übe ich mehr und/oder nehme Unterricht. Letzteres steht schon etwas länger auf meiner To Do Liste. Aber das ist auch kein Problem, schließlich geht ja nur eins nach dem anderen. Und jetzt sind eben ein paar andere Sachen dran.

Zum Titel: Inspiriert durch die Zeile aus dem Film 500 days of summer – “what always happens. Life.”