Ich beginne zu schreiben, stocke und lösche wieder alles. Der blinkende Cursor macht mich unheimlich nervös und anstatt mich zu konzentrieren, nehme ich mein Handy in die Hand und lenke mich ab. Was wohl gerade auf Instastories passiert? 

Stunden vergehen und der Bildschirm vor mir ist immer noch weiß. Immer und Immer wieder wiederholt sich diese Situation. Die Tage vergehen. Nichts passiert. Es ist wie ein Teufelskreis, der mich unheimlich wahnsinnig macht. Wie ich da wieder rauskomme? Keine Ahnung. Also wir der Beitrag nochmals verschoben. Das schlechte Gewissen plagt mich, doch bevor ich einen halbherzigen Text schreibe, lasse ich es lieber sein. Während man so mit sich hadert und irgendwie auch im Unreinen ist, sieht man was die anderen so abliefern und alles mit links schmeißen – das macht die ganze Situation nicht besser. 

Schon seit seit einigen Wochen denke ich mir, es muss sich irgendetwas ändern. Ich möchte meine Leichtigkeit zurück, wieder mehr Schreiben und vor allem meine Freude an der Arbeit zurück. Momentan fühlt sich alles unheimlich anstrengend an und natürlich ist es in so einer Phase auch fast unmöglich kreativ zu sein. Aus diesem Grund habe ich beschlossen mich zurück zu ziehen und die nächsten Wochen einfach mal offline zu sein. 

Du bist immer so positiv. Dein Lachen steckt an. 

Oft werde ich gefragt wie ich es schaffe immer so fröhlich zu sein. Klar versuche ich auf meinen Kanälen gute Laune zu verbreiten, das positive in jeder Situation zu sehen und auch Misserfolge mit einem Augenzwingern zu betrachten und wegzustecken. Das funktioniert oft ganz gut, aber nicht immer. Es gibt Phase da ist gar nichts so wirklich positiv. Wenn mich gewisse Situationen überfordern und meine Laune im Keller ist, habe ich doch oft große Selbstzweifel und sehe alles negativer als es eigentlich ist. Was mache ich hier eigentlich? 

Manchmal hilft es darüber zu schlafen und manchmal dauert so eine Phase mehrere Tage. Besonders schwer wird es wenn ich viel zu tun habe und meine To Do Liste unendlich scheint. Man setzt sich oft einfach selber unter Druck und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Kein Wunder, dass es mir dann schwer fällt zu schreiben. Neue Ziele werden gesetzt, neue Kooperationen abgeschlossen. Man nimmt sich viel vor und man muss abliefern. Das verlangt zwar niemand von mir, aber wenn ich mir gewisse Dinge vornehme, dann möchte ich das auch so beibehalten. Es gab Zeiten da sind 6 Beiträge pro Woche online gegangen. Doch die Arbeit ist immer mehr und mehr geworden und irgendwann hat meine Freizeit ziemlich darunter gelitten. Irgendwann kann man das ganze einfach nicht mehr alleine schupfen. Es gibt nie ein Ende. Ist die eine Geschichte erledigt, steht auch schon das nächste in den Startlöchern und so geht es weiter und weiter. Zeit zum durchschnaufen? Fehlanzeige. 

Es gab eine Zeit, da bin ich morgens aufgewacht und anstatt in Ruhe in den Tag zu starten, habe ich meine Social Media Accounts und Mails gecheckt und geschaut was so auf Instastories passiert. Es ist zwar auch sehr inspirierend zu sehen was andere Leute so machen und schaffen, wenn man aber gerade in so einem Tief steckt und nicht weiter weiß, kann einem das auch ganz schön runterziehen. Doch wieso tut man das? Wieso schaut man sich Stories oder Fotos an wenn man sich danach schlecht fühlt? 

Man ist immer online, immer erreichbar. Muss immer kreativ sein, abliefern und sollte am besten auch noch positiv sein. Man bekommt unzählige Mails von Unternehmen, mit denen man gerne zusammenarbeiten möchte. Man freut sich riesig darüber, ist motiviert, hat schon die eine oder andere Idee im Kopf. Und dann irgendwann merkt man woah Stopp es wird zu viel. 

Vor 7 Jahren habe ich berriesandpassion.com ins Leben gerufen. Fast genauso lange bespiele ich Instagram und poste täglich neue Fotos. Angefangen hat das ganze natürlich als Hobby und sich vor 3 1/2 Jahren zum Vollzeitjob entwickelt. Es macht mir immer noch Spaß, aber irgendwas ist einfach anders. Ich setze mich selber einfach zu sehr unter Druck. Vielleicht auch weil ich Angst habe, dass euch meine Beiträge gar nicht mehr so interessieren. Um mich selber nicht so zu stressen versuche ich laufend Dinge zu ändern. Am Wochenende keine Instastories mehr, meine Abos auf Instagram minimieren und vorm aufstehen und schlafen gehen nicht mehr aufs Handy schauen. Ich versuche mir kleine Schaffenspausen zu gönnen um dann auch wieder gut abliefern zu können. Doch mittlerweile hilft das alles nicht so wie ich mir das vorstelle. Ich möchte gerne was ändern. Vielleicht sogar ein bisschen eine andere Richtung einschlagen. Vor allem möchte ich aber meine Leichtigkeit zurück. Ich möchte wieder Freude daran haben und ohne Stress Beiträge für euch verfassen. Geschichten erzählen, euch motivieren, persönliche Beiträge schreiben. Doch jetzt möchte ich mich erst einmal bewusst zurück ziehen und die Segeln neu spannen. 

Immer online, immer kreativ, immer abliefern – das laugt ganz schön aus. 

Ich habe lange überlegt wie ich aus diesem Teufelskreis wieder rauskomme. Ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, mit vielen Menschen in meinem Umfeld gesprochen und auch die letzten Podcast von der lieben Karin bzw. auch die Offline-Zeit von Julia haben mich irgendwie ein bisschen inspiriert. Seit ich diesen Blog habe, seit 7 Jahren gab es keinen einzigen Urlaub bei dem ich meine Follower nicht mitgenommen habe. Zwischendurch wurden zwar kleine Blogpausen eingelegt, aber ich war einfach immer online und man hat trotzdem irgendwie mitbekommen was ich gerade so mache. Deshalb habe ich beschlossen eine Pause einzulegen. Eine Pause von der ganzen Onlinewelt. 

Am Montag geht es für mich nach Sri Lanka und dieses Mal werde ich die Reise alleine antreten – Nur ich als Nina , ganz ohne Berriesandpassion. Meine lieben Follower müssen zuhause bleiben, denn ich möchte diesen Urlaub mit meinem Freund einfach mal offline genießen. Wie früher, als Social Media noch nicht so eine große Rolle gespielt hat. Kein Blog, Kein Instagram, Keine Mails. Alles bleibt da. Auch wenn ich diesen Job wirklich gerne mache und in den letzten Jahren auch sehr erfolgreich damit war, habe ich nichts davon wenn es mir nicht gut geht und ich mich so unter Druck setze, dass ich langsam den Spaß verliere, bzw. nicht schreiben kann. Ich tue jetzt einmal etwas nur für mich und freue mich schon sehr auf die nächsten Woche. 

Doch was passiert wenn man so lange offline ist. Ist das nicht schlecht?

Um ehrlich zu sein, das weiß ich nicht, aber es ist mir eigentlich egal Die Welt dreht sich weiter und diejenigen die mir gerne folgen werden auch verstehen, dass ich einfach auch mal eine Pause von dieser Welt brauche. Irgendwann sind die Reserven halt aufgebraucht und die Gesundheit egal ob geistig oder körperlich geht nun mal vor.
Doch ich komme wieder, das verspreche ich euch, Wann genau das sein wird weiß ich aber noch nicht. Vielleicht Mitte Januar nach meiner Rückkehr oder auch ein oder zwei Wochen später das wird sich zeigen. 

Abschließend kann ich nur sagen dass es sehr befreiend war das alles niederzuschreiben – Ist auch gleich irgendwie eine Art Selbsttherapie. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt wie die nächsten Wochen werden. Wie es mir so geht ganz ohne Instagram, Blog & Co und was ich so erleben werde. Ich freue mich schon wenn ich mit ganz viel Energie ins neue Jahr starte.

Bis dahin sage ich aber jetzt erst Mal tschüss und bis bald. Habt eine schöne Weihnachtszeit. Rutscht gut ins neue Jahr und nehmt euch Zeit für euch und eure Liebsten.